Keep calm… and love España!

Dieser Spruch hängt bei uns am Kühlschrank. Nachdem wir jetzt seit einem Jahr auf unsere permanente ID-Nummer warten, sind wir innerlich allerdings längst angekommen.

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Wir fühlen uns hier sehr wohl. Schon längst wollte ich über die Gewohnheiten, Eigenarten und alles was mir so auffällt schreiben. Aber es hat sich schnell so normal angefühlt, dass ich immer keine Lust dazu hatte. Jetzt ist schon ein Jahr rum und daher höchste Zeit, das aufzuschreiben…

Anmerkung: Keine Gewähr auf Korrektheit der Aussagen. Ich spreche nur aus meiner subjektiven Erfahrung in 12 Monaten. Ich spreche als Deutsche, die in Chile aufgewachsen ist und jetzt in der Region Valencia lebt. Ich spreche nicht für ganz Spanien. Ich überziehe ein paar Dinge. Ich meine das nicht alles ganz so ernst. Und wir schätzen und mögen die Spanier sehr.

“SPAIN IS DIFFERENT”

Spanische korrekte Aussprache des Englischen auf phonlogischem Deutsch:

Es-Péjin is dí-fe-ren

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  1. Spanier sind anders. So wie der Slogan sagt, ist nicht nur das Land anders, die Menschen sind auch anders. Und ich meine jetzt nicht anders als die Deutschen, sondern auch anders als DU bisher dachtest. Wir haben ja alle die Klischees im Kopf. Ein paar wollen wir mal aufräumen. Und anfangen damit, dass sie den Wunsch zur Pünktlichkeit und Ordnung haben. Ob sie das immer umsetzen können ist die eine Sache. Aber sie haben uns sehr oft beeindruckt mit ihrer Korrektheit in diesen Punkten und als Deutsche in den Schatten gestellt.
  2. Spanier GENIESSEN. Ihr ganzer Lebensrhythmus ist ausgerichtet auf ein Genießen. Er zieht Familie der Karriere vor. Was nützt ihm der erfolgreiche Job, wenn er nicht bei seiner Familie genießen kann? Das ist doch kein Leben! Freunde, Verwandte, Fiestas und Arbeit, das gehört alles zusammen. Aber wer nur für die Arbeit lebt, wird bemitleidet. Spontan Zeit für Leute haben, hier und da ein Kaffee oder Rotwein, stundenlang Essen, das macht doch das Leben aus! Der Spanier lässt sich daher nicht gerne einengen, verplanen, sich die Freiheit rauben. Die wurde ihm ja während der Diktatur schon geraubt. Also immer spontane Planänderungen miteinplanen, für den eigentlichen Plan gibt es ja wannanders auch Zeit (während wir als Deutsche so denken, denkt sich der Spanier: Welcher Plan???).  Man sieht immer nur höchstens eine Woche voraus, denn sogar in der ändert sich noch alles. Wieso also etwas für den nächsten Monat planen? Sie haben auch keine Todolisten aber schaffen trotzdem die wichtigsten Punkte automatisch ab und die vielen unnötigen Kleinigkeiten erledigen sich ja auch oft von selbst, wenn man ein bisschen wartet.
  3. Spanier lispeln frewillig. Ja, tatsächlich. Wir möchten mit dem Vorurteil aufräumen, dass Spanier einen Sprachfehler haben. Das Lispeln im Spanischen wird nämlich nicht bei einem S benutzt, sondern nur bei einem C oder Z. Vergleichbar mit dem englischen TH ist dies einfach nur eine weitere phonetische Komponente des Spanischen. Außerdem weiss man durch diese Aussprache, ob ein Wort mit S, Z oder C geschrieben wird! Ist also ziemlich clever um die Rechtschreibung aufzupolieren. In Lateinamerika gibt es eine Dauerkonfusion dieser Buchstaben, weil sie S, C und Z immer nur mit einem S aussprechen. Interessant ist auch, dass viele Spanier eigentlich gar kein S aussprechen, sondern eher so etwas wie ein Sch. Das geben sie aber nicht zu. Statt “Mi casa es su casa” hört sich das eher leicht so an “Mi casha esh shu casha”. Und noch etwas: Im Katalanisch und Valenciano wird NICHT gelispelt (wie auch auf den Kanaren und in Südspanien). Alle Einheimischen in unserer Region wachsen zweisprachig auf und wenn sie die Sprache switchen, wird auf einmal gelispelt oder eben nicht. Und auch dann, wenn es zB um Städtenamen geht… Unser Nebenort heißt Alcocebre, wird auf Spanisch also gelispelt, und auf Valenciano heisst er Alcossebre, da wird dann nicht gelispelt… Finde ich beeindruckend, dass die im Kopf einfach “Klick” machen können. Lispeln on. Lispeln off.
  4. Spanier stehen gerne an. Und ziehen gerne Nummern. Egal wo, Nummer ziehen. Kurze Frage? Egal. Nummer ziehen. Wieviel Uhr ist es? Ziehen sie die Nummer. Wo ist das Klo? ZIEHEN SIE DIE NUMMER. Nein, so schlimm ist es dann doch nicht. Aber sie stehen gerne an in wunderschön geformten langen Schlangen ab der Mindestanzahl von 3 Personen. Vor dem Amt auf der Straße, am Automat, vor der Stadthalle, beim Lotterieschein kaufen, egal. Irgend jemand meinte, dass dies vielleicht noch von der Diktatur übrig ist. Und die Nummer gibt es in der Notaufnahme, beim Olivenverkauf auf dem Markt oder beim Amt (auch wenn man alleine da ist).
  5. Spanier können sehr direkt sein. Anders als die überhöflichen und indirekten Südamerikaner, ist der Spanier einfach plump, direkt und mit einer Tendenz zur Unhöflichkeit. Bitte und Danke sind eher unüblich, man kommt direkt zur Sache und sagt wenn es einem nicht passt. Zuviel Bitte und Danke kommt unerhlich und schleimig rüber. Sie brausen schnell auf aber beruhigen sich auch schnell wieder. “Ich will dich nie wieder in meinem ganzen Leben sehen” Schreit ein Mädchen zu ihrem Exfreund. Wir beobachten ein herzzerreisendes Drama mit Anschuldigungen und Verletzungen. 5 Minuten später sitzen sie auf der Bank und knutschen.
  6. Spanier leben draußen. Das Wetter lässt es ja meistens zu und Zuhause ist eher Privatsache. Daher ist das Treffen in einem Cafe viel üblicher als das Treffen Zuhause.  Wahrscheinlich auch eine Konsequenz der Diktatur, als das Misstrauen sehr groß war und man versuchte, das Zuhause wenigstens von der Außenwelt abzuschotten. Außerdem sind viele Wohnungen einfach so klein, dass es ihnen unangenehm ist, jemanden einzuladen. Daher ist das herumschlendern und einmal um den Block laufen auch das Hobby vieler alten Menschen. Man grüßt sich, bleibt zum Plausch stehen und hält sich so auf dem Laufenden der ganzen Nachbarschaft. Wer nicht stehen bleibt, gilt als sehr sehr unhöflich oder eben so beschäftigt, dass er zu bemitleiden ist.
  7. Spanier haben ihre Rollos unten. Fast immer. Zu Kalt? Rollo unten. Zu heiss? Rollo unten. Nicht da? Rollo unten. Da? Rollo unten (sonst merkt man ja dass man nicht da ist). Siesta? Rollo unten. Und wann haben sie den Rollo oben? Hmm… gute Frage. Wir Deutsche reißen ja die Rollos hoch wegen dem Licht und zum Lüften. Die Spanier reißen sie wegen dem Licht eher runter (draussen haben sie ja genug davon). Wenn der Raum benutzt wird, in dem man sich aufhält, wird er eigentlich auch hochgemacht (Küche, Wohnzimmer). Der Rest vielleicht zum Lüften. Aber Lüften müssen sie eigentlich nicht, weil die Fenster nicht so gut isoliert sind. Oder – was wir auch schon gehört haben – gegen 7 Uhr morgens werden Rollos hochgemacht, damit die Nachbarn denken, man schläft nicht lange, legt sich aber danach wieder ins Bett.
  8. Spanier essen wie Gott in Frankreich. Kulinarisch ist Spanien ein Paradies. Käse, Oliven, Wurst, Schinken, Wein… Und wenn man Heimweh nach deutschem Essen hat gibt´s ja auch Laugenbrötchen im Lidl. Außerdem kennen sie auch Croissants und Empanadas, also eine perfekte Mischung aus Europa und Südamerika. So muss es sein!
  9. Spanier feiern das Leben. Es wird ständig gefeiert. Die Stadt feiert. Die Musikkapelle marschiert gefühlt jeden Tag durch die Straßen weil sie irgendwas feiern. Es gibt ein Festival oder Event nach dem anderen. Feuerwerke. Tamtam. Umzüge. Karneval. Heilige. Prozessionen. Tänze. Riesenlagerfeuer. Filme am Strand. Triathlon. La vuelta. Es ist immmmmmmer was los. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Man hat ständig Angst, etwas zu verpassen. Es gibt ein extra 2-Wochen-Fiesta-Programm der Stadt, wo es von Olivenkernspuckcontest zu den Stierrennen um 4 Uhr morgens bis hin zum Megafeuerwerk geht….. Für jeden ist was dabei und das Städtchen ist zwei Wochen am Dauerfeiern. Die Leute nehmen sich dafür Urlaub, bzw es ist eh frei. Und der Tag nach der Fiesta ist erstmal auch Siesta, weil man sich ja auch erholen muss. Und wenn grad mal hier nix läuft, geht grad das Stadtfest im Nebenort oder der Karneval im übernächsten Ort. Langeweile scheint der Feind des Spaniers zu sein, der immerzu bekämpft werden muss sobald er sich infiltriert hat.
  10. Spanier sind “clever”. “Caradura”, nennen sie es. Dem Staat nicht alles erzählen. Dem Arbeitgeber nicht alles erzählen. Hier und da etwas umgehen, nicht die volle Wahrheit erzählen, Lücken ausnutzen… Dem Staat wird nicht vertraut, zu oft wurden sie enttäuscht und die Allgemeinheit trägt eh nicht zum Gemeinwohl bei, wieso sollte ich es dann auch machen? Da wäre ich dcoh ganz schön doof. Da wird dann halt noch weitere 10 Jahre die Rente des Opas bezogen, obwohl er schon gestorben ist. Oder ein Pool ohne Genehmigung gebaut … (im Nebenort wurde mit einer Drohne entdeckt, dass 80% der Pools keine Genehmigung hatten)… Was der Staat nicht weiß, macht ihn eben dann auch noch nicht heiß…
  11. Spanier sind schüchtern. Die heißblütigen Südländer findet man wahrscheinlich eher im Süden und nicht so sehr bei uns in der Gegend, da sind die Spanier viel kühler als Gedacht (orientiert sich soziologisch wohl eher an Frankreich). Kein Aufdrängen, Rumflirten oder Antanzen wie zB in Südamerika. Das wird sogar eher belächelt, als unangebracht oder peinlich angesehen. Sie machen sich auch deswegen sehr gerne über die venezolanischen Telenovelas lustig.
  12. Spanier sind LAUT. Hach wie schön, da pulsiert eben das Leben. Die Menschen sind einfach lauter, sie reden lauter, die Kinder spielen lauter, die Musik ist lauter, die Fiestas sind lauter, die Knaller sind EXTREM LAUT. Es ist OK mitten in der Nacht zu bohren, die Waschmaschine laufen zu lassen oder zu saugen. Wir empfinden das als eine sehr große Befreiung, auch mal Nachts noch zu saugen und zu wissen, das macht keinem was aus.
  13. Spanier sind Loyal. Der Spanier steht zu seiner Familie. Er wird hinter ihr stehen, egal was passiert. Er wird seine Großeltern zuhause pflegen, weil es selbstverstänlich ist.
  14. Spanier sind misstrauisch. Wegen der Diktatur mussten die Spanier so einiges wegstecken. Ihr Privatleben wurde bewacht, ihre Freunde wurden Verräter, ihre Religion war vorgeschrieben und ihr Leben kontrolliert. 40 Jahre so leben, das muss ja Spuren hinterlassen. Die Obrigkeit und Kirche sind demnach nie wieder vertrauenswürdig. Die Freunde können sich ändern, die Religion ist ein Machtmittel… Das Einzige, was sich nicht ändert ist die Familie. Sie wird der Halt bleiben und verdient vollsten Respekt, Aufmerksamkeit und Stellenrang Nummer eins. Der Glaube an das Gemeinwohl ist verloren, der Glaube an die Politik und den König. Der Glaube an die eigene Identität als Spanier, an das Land, hat abgenommen. Dafür ist die lokale Identität gestiegen, der Bezug zur Region, einheimischen Sprache und dem eigenen Dorf.
  15. Spanier sind Witzbolde. Witze sind angesagt. Ob bei der Arbeit oder der Familie, ein Witz ist immer gut. Ein bisschen Sarkasmus, ein bisschen schäkern, ein bisschen auflockern, ein bisschen provozieren. Sonst ist doch alles so ernst.
  16. Spanier sind keine Südamerikaner. Sie sind Zehntausende Kilometer entfernt und seit der damaligen Eroberung ist es 500 Jahre her. Der Spanier hat mit dem Südamerikaner nix am Hut. Eher andersrum, weil die Südamerikaner mit ihren spanischen Vorfahren prahlen und ihren Weg zurück nach Europa suchen. Aber der Spanier weiß nicht viel über Lateinamerika, nur dass sie einst die Kolonie waren und wohl eher unterentwickelt sind. Die Latinos kämpfen hart für ihr Leben in Europa und nehmen auch jeden Job an, während der Spanier sich für die paar Euro Lohn beleidigt fühlt. Der Spanier fühlt sich etwas überrannt durch den hochmotivierten Latino, der hier dann aber auch schnell auf die Schnauze fällt, weil er den Kulturunterschied unterschätzt hat.
  17. Spanier feiern Weihnachten nicht am 24. Dezember. An dem Tag ist höchstens ein Familienessen, aber die Geschenke und so weiter gibt es am 6. Januar, wenn die 3 Könige kommen (dazu gibt es einen Riesenumzug, die Könige kommen mit dem Schiff am Hafen an und werden wie bei einem Karneval begleitet von tanzenden Vereinen und viel Tamtam). Jesus gehört irgendwie auch dazu, aber gefeiert werden die 3 Superstars.
  18. Spanier sind stolz auf ihr Land und gleichzeitig enttäuscht. Sie schätzen ihre Traditionen und ihre Kultur, sind aber auch sehr unzufrieden mit der politischen und gesellschaftlichen Situation. Spanier streiten sich um Themen wie Siesta, Stierkampf und den Bürgermeister. Der König ist den Spaniern eigentlich egal.
  19. Spanier haben andere Essenszeiten. Eigentlich wird nicht gefrühstückt, vielleicht einen Kaffe und ein kleiner Keks. Gegen 11 gibt es dann das “Almuerzo”, auf schwäbisch isch des halt des Vesper. Da geht man mit den Kollegen in die Bar nebenan und bestellt sich einen Bocadillo (belegtes Baguette) oder man hat sich selbst eins geschmiert. Gegen 14 Uhr wird Mittag gegessen, weil hier gegen 14 Uhr Mittag ist. Zwischen 14 und 17 Uhr haben die Geschäfte zu. Dann, gegen 21 Uhr wird Abend gegessen (gerne auch warm und mit mehreren Gängen). Hier kommt die ganze Familie nochmal zusammen, weil man am Tag eher verstreut war (viele Kids essen in der Schule in der Kantine zu Mittag).
  20. Spanier schlafen wenig. Sie gehen sehr spät schlafen (zwischen 12 und 2) aber müssen morgens wie ein Deutscher zur Arbeit gehen. Wer den Luxus noch hat und vor Ort arbeitet, kann sich vielleicht noch eine kurze Siesta leisten. Für den normalen Arbeitnehmer sind die Zeiten aber vorbei. Wir fragen uns wirklich manchmal, wie sie das machen. So wenig schlaf aber topfit!
  21. Spanier sind Lokal. Sie sind nicht sooo Reiselustig, haben ihr Land noch nicht verlassen, waren im Urlaub vielleicht mal bei der Oma in Madrid, aber würden eigentlich gerne die Welt entdecken. Wenn Spanier umziehen, dann packen sie einfach nur ihre Koffer. Denn fast alle Wohnungen sind komplett möbliert, wie bei einer Ferienwohnung, inklusive Tellern, besteck und Waschmaschine.
  22. Spanier gestikulieren. Während sie sprechen (manche sagen schreien), gestikulieren sie wild mit den Händen und unterstreichen mit ihrer Mimik ihre Aussagen. Manche Laute oder Mimiken ersetzen sogar Worte, wie zum Beispiel ein schnelles “Ts (fast ein Schnalzen) kombiniert mit einem leichten Kopfschütteln mit geschlossenen Augen “Nein” bedeutet.
  23. Spanier lieben den Wischmob. Staubsauger sind doch von übermorgen. Lieber schnell mal durchwischen, ist eh sauberer. Und sauber ist besser. Daher wird gerne viel gewischt, vor allem weil es hier so viele Fliesen gibt. Unsere Wohnung ist komplett gefliest, Büros sind gefliest, Supermärkte sind gefliest…
  24. Spanier machen alles “poco a poco” (Stück für Stück). Darin liegt wohl das Geheimnis der langen Lebenserwartung des Spaniers. Ein Glas Rotwein und wenig Stress. Alles eben “poco a poco” machen, Stück für Stück, kompliziert wird es eh. Kleine Schritte Richtung Ziel. Damit kann man alles erreichen. Und wenn nicht, weil man eine Frist verpasst hat, dann sollte es eben nicht sein. Ich muss ja auch als Mensch wahrgenommen werden und mich wohl fühlen. Und wenn das “poco a poco” nicht respektiert wird, dann möchte ich da auch nichts mit zu tun haben.
  25. Spanier lieben Kinder. Die gehören dazu, die schreienden, verwöhnten kleinen Zwerge. Erzogen wird in der Öffentlichkeit, Zuhause ist mehr erlaubt, zum Beispiel stundenlanges Fernsehen. Süßigkeiten gibt es immer und jeder holt überraschenderweise einen Lolli für dein Kind aus seiner Tasche. Es gibt keine Scheu vor Körperkontakt zu deinem Kind, ein Knutscher hier und da, ein Backenkniff, darin äußert sich ihre vollste Zuneigung. Wenn dein Kind etwas zu weit weg von dir steht, läuft oder spielt, sagen wir… 5 Meter von dir entfernt, dann fühlt sich sofort ein anderer Spanier für das Kind verantwortlich. “Wem gehört dieses mutterseelenalleingelassene Kind? Wo sind die leichtsinnigen herzlosen Eltern?” Wenn man dies nicht gewohnt ist, kann es etwas befremdlich sein, dass das Kind in einer sozusagen ständig beschützten Umgebung von potentiellen Rettern steht. Es könnte fallen, es könnte stürzen, es könnte im Dreck spielen, überall heisst es achtsam zu bleiben. Dieses Einschreiten kann man als Zivilcourage beschreiben. Oder Überhütung… Andererseits nehmen Kinder aber auch am Erwachsenenleben teil. Sie kommen mit in die Bar, ins Cafe, ins Kino, auf die Party, zum Sport, auch bis spät in die Nacht und beim Candle-Light-Dinner der Eltern. Babyphones oder Babysittern wird nicht getraut. Das Kind kommt mit und ist kein Problem, denn Laut ist ja OK. Daher sieht man immer noch Kinder nachts um 12 auf den Spielplätzen (morgens um 10 NIE). Und wenn die Kids nicht wären, wäre ja nix los und alles so ruhig. Und so schlafen die Kids dann auch einfach unterwegs im Kinderwagen ein. Einschlafrituale Zuhause kennen sie eher nicht und auch keine regelmässigen Tagesabläufe. Die Ausrede “ich muss jetzt Zuhause mein Kind ins Bett bringen” gibt es hier nicht und bringt einfach nur Unverständnis auf.

Sooo.. ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen 😉
Es gibt noch vieeeel mehr Punkte, aber das wäre viel zu lang. So habt ihr einen kleinen Einblick und wir eine Erinnerung an unsere ersten Erfahrungen mit der Kultur.

Muchos saludos,

eure Bea

 

2 thoughts on “Keep calm… and love España!

  1. hahaha – eine superschöne und liebevolle Zusammenfassung der wichtigsten Besonderheiten der Spanier!! Das werde ich mir – mit eurer Erlaubnis hoffe ich 😀 – kopieren für unsere neuen Volunteers!!!

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