Kaffee Olé

Hallo liebe Freunde!

Vor einer Stunde hat sich ergeben, dass wir Beide morgen auf einen Missionseinsatz des YMCA fahren.

Wir fahren zusammen mit ein paar Münchnern, Kolumbianern und Peruanern in verschiedene Orte der Kaffeezone Kolumbiens. Richtig! Dahin wo der Weltbeste Kaffee her kommt. Genau der richtige Ort für Bea und mich.

Um euch die Wartezeit bis zum nächsten Blogeintrag zu schmücken, könnt ihr euch die tollen Blumen angucken! Yeah, Blumen!!!




















…sie sind nicht mal mit Photoshop bearbeitet.

Also bis zum nächsten Mal

Der Daniel

Abendspaziergang

Es geschah an einem Dienstag Abend. Es war 20:00 Uhr und die Sonne hat sich bereits in ihren wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Normalerweise tummelt es nur so von Menschen auf den Straßen der Candelaria, dem Zentrum Bogotás in dem Salsakneipen bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben. Doch nicht in jener Nacht! Bea und ich beschlossen noch einmal dem Supermarkt einen kleinen Besuch abzustatten. …was wir zu dem Zeitpunkt der Entscheidung nicht wussten, war, dass wir das lieber hätten sein lassen sollen.

Ich bestückte mich mit Pass und meiner neuen Zebra gemusterten Visakarte, bevor ich mit meiner Gattin das Anwesen verließ.

Es war ruhig in jener Nacht. Zu ruhig! Nachmittag regnete es und der Regen schien Spuren hinterlassen zu haben. Zumindest bei den zwei Columbianos die uns in der Seitenstraße abfingen.

Einer kam von vorn auf uns beide zu, der Andere von hinten. Als sie nur eine Handbreite von uns entfernt waren zückten beide gleichzeitig ihre Messer und verbreiteten eine Hektik und Stress, was jeden klaren Gedanken unterdrückte. Sie riefen englische Gewaltausdrücke, um die Sache schnell hinter sich zu bringen und den Stress in uns zu provozieren.

Wir sagten, dass wir kein Geld dabei haben. Bea zeigte ihre Taschen, gefüllt mit unwichtigen Sachen, u.A. ein Pfefferspray, dass sie aber in dem Moment nicht in Gebrauch nehmen wollte, da sie ja nur einen der beiden damit hätte ansprühen können, während vielleicht ihr Ehemann abgestochen wird… Während er sein Messer auf uns richtete, zerrte er an meiner Gürteltasche. Lieber als abgestochen zu werden, gaben wir ihnen die geforderte Tasche indem sich mein Reisepass und die wundervolle Visakarte befand. Bea schrie ihnen noch nach “Aber die Dokumente, bitte, die Dokumente, die sind wichtig!”, aber keine Reaktion.

So schnell wie sie aufgetaucht waren, waren sie auch wieder weg. Jedenfalls haben wir gleich die Karte sperren lassen, am nächsten Tag unseren Verlust bei der Polizei gemeldet (wurden vorher noch im Polizeikleinbus herumkutschiert) und einen neuen Reisepass bei der deutschen Botschaft beantragt. Die Polizei, oder zumindest genau der Polizist, der unsere Daten aufnahm, war wirklich sehr, sehr unhöflich zu uns, was vor allem Bea in dem Moment sehr schockierte und sie fast einen Wutausbruch bekam. Sie meinte danach “Das schockierende waren nicht die Diebe, sondern der Polizist!!!”.

Wir sind nun schon 6 Monate in Kolumbien – ab morgen wieder legal, anderes Thema 😉 – und wir müssen sagen, dass ist ein gutes Zeichen, dass wir erst jetzt überfallen worden sind. Das Gute ist: Jetzt sind wir ein bißchen ausmerksamer für unsere Reise, die Ende des Monats losgeht. Auch gut, dass wir in dem Moment überfallen worden sind, und nicht, als wir Laptop, Kamera 1 und Kamera 2 dabei hatten und noch sonstige wertvollen Dinge… Ich hatte sogar sein Mobiltelefon in der Hosentasche, aber sie waren so fixiert auf meine Bauchtasche, dass sie vergessen haben, meine Hosentaschen zu untersuchen…

In Psalm 91,9 steht:
“Denn der Herr ist deine Zuflucht, du hast dir den Höchsten als Schutz erwählt.”

Das heißt nicht, dass wir jetzt jeden Abend durch Bogotá laufen, oder leichtsinnig sein wollen… sondern, dass wir wissen, dass wir nicht alleine sind, wenn jemand mit einem Messer vor uns steht.

Genau hier wurden wir überfallen, um die Ecke
von unserem Haus…

Liebe Grüße aus Bogotá

vom Daniel

Wieder zurück in Bogotá

Seit gestern sind wir wieder hier zu Hause angekommen. Haben erstmal ca. 20 Kilo Wäsche zur Wäscherei gebracht.
Am Donnerstag fliegt Maris wieder zurück nach Chile. Hier ein kurzer Kommentar, wie es ihr hier in Kolumbien so gefallen hat:
“Es war so cool, besonders hat es mir in Taganga gefallen, ein schönes Fleckchen mit wahnsinnig viel Kultur, natürlich auch den schönen relaxten Strand ;). Der Parque Tayrona war auch sehr schön und ein unvergessliches Abenteuer. Schade dass ich schon wieder weg muss, aber ich bin bestimmt nicht zum letzen mal hier ;)!”

Weiter geht es bei uns folgendermaßen:
Beas Evaluationsphase des Praktikums beginnt jetzt, d.h. Berichte schreiben usw.
Außerdem geht sie vom 17.-27. August auf einen Missionseinsatz mit einer Gruppe des CVJMS aus Deutschland, Perú und Kolumbien in die Kaffeezone.

Daniels Tätigkeiten klären sich morgen =)

Ende August geht es dann schon mit unserem ROADTRRIP los!!!
Von Bogotá bis Temuco in Chile zu Beas Eltern.
Geplant sind folgende Länder: Ecuador, Perú, Bolivien, evtl. Argentinien, Chile.
Zeit: 1 Monat
Transportmethode: Bus
Strecke: ca. 6000 Km.

Liebe Grüße,
Bea+Daniel+Maris

Neues vom CAP.

Am 19.06.09 waren wir mit der Kindertagesstätte wo ich (Bea) arbeite und vielen anderen Programmen des CVJMs auf der Hauptplaza Bolívar und haben einen Marsch für die Kinderrechte mitgemacht, angeschlossen von Aufführungen von Pantomime, Musik und Tanz. Ich und eine englische Frewillige (Roisin), die seit ein ca. 2 Wochen mir bei den Jugendlichen hilft, haben wir eine christliche Pantomime einstudiert (Herzpantomime).

Hier ein paar Fotos:








Das Ganze kam auch ins Fernsehen.






Carolina & Roisin
Unsere Pantomimler.






In Reihenfolge: Ich, die Pantomimler und Roisin

Die Jugendgruppe





Und hier noch ein Video!

Liebe Grüße,
eure Bea

Lucha Libre!!!

In dem folgenden Video ist eine Sportart zu sehen, welche aus Mexiko stammt. Sie nennt sich “Lucha Libre” und zeigt einen Showkapf zwischen professionellen Stuntman.

Die Kunst ist dabei das ganze echt aussehen zu lassen, wobei schon der ganze Ablauf im Vorfeld feststeht.

Letztes Wochenende fand Lucha Libre in Bogotá statt.

Fotos und Clips sind von uns.

Viel Spaß beim zusehen wünscht…

der Daniel

Kurioses – Teil II

Da wir uns natürlich immernoch bei manchen
Dingen wundern, schmunzeln oder uns
darüber den Kopf zerbrechen,
haben wir nochmal eine “Kuriose”-Serie
für euch erstellt. Wundert euch mit uns:

Hier wird überall Platz gespart.
Aus 2m2 entstehen hier schon
kleine Geschäfte…

Es muss ja für alles jeman zuständig sein…
Hier die Heilige des Kaffees… Damit er
blos nicht schlecht schmeckt…

Ja… Diese Figürchen verraten so manches über
den Feierabend der Kolumbianer (auch unter der Woche).
Ein mobiles Schaufenster…
Die Klügste Idee überhaupt:
Mobiler Verkauf mit einem gestohlenen Einkaufswagen…
(Normalerweise sieht man das immer mit Kinderwägen,
die aber so überfüllt sind mit Dingen, dass man den Kinderwagen nur
anden Rädern erkennnt..)
Auf einer Plaza lebt man hier und geniesst die
Gemeinschaft…
Kaffee kann man überall kaufen…
Männer-Maniküre…
Besonders attraktiv finden sich die Männer mit
durchsichtig aufgetragenem Nagellack …

Kolumbien, das Früchte- und Gemüseparadies…
Die Ernte findet hier vier Mal im Jahr statt…




Hunde auf den Dachterrassen findet man eigentlich immer.
Gut, dass es keine Lemminge sind…
Staubstraßen nerven.
Bea muss sich jeden Abend erstmal die Nase
putzen vor lauter Dreck. Eine Mitarbeiterin
bevorzugt daher lieber den Mundschutz…
Übrigens, zur Schweinegrippe: Uns gehts
hier besser als euch, obwohl wir ja näher an
Mexiko dran sind und die medizinische
Versorgung ein Witz ist.
Bettler hier, Bettler da.
Kolumbien hat ein großes Problem mit Kinderarbeit.
Viele Kinder in Beas Praktikum arbeiten auch in dem
sie Recyclen. Leider bleiben Arbeitskinder
durch Schulabwesenheit in der Zukunft auch arm…
Komisches Essen:
Süßkram oder komisch gefüllte Empanadas
(die von Chile sind echt die aller aller besten!)

Die “Bandeja Paisa”.
Man mische einfach alles auf einem Teller
und esse es zu Mittag: Ei, Wurst, Fleisch, Avocado,
Arepa, Reis, Kartoffel, Bohnen, Banane.
Mhhhhhhh!!!
Wieder unbeschreiblich süße Irgendwas…
Komische Bäume gibt´s hier auch.
Zwischendurch hat unsere Katze auch mal
jemanden zum Spielen gefunden…
Mc Donalds-Lieferservice???
Diese Frau hat schon 4 Kopfschüsse überlebt…
Sie ist eine Security-Frau der Schule Daniels.
Die Schussverletzungen hat sie aber Privat kassiert.
Aus Beas Praktikumshausfenster:
Viele Arbeiten dort indem sie Kartoffelsäcke
waschen und wiederverkaufen.
Für 100 gewaschene Säcke gibt´s 2 Euro.
Im Schnitt verdient eine Familie
dadurch so 6 Euro am Tag.
Wenn man keine Wäscheleine hat
geht´s halt auch anders:

Unser erster Unfall.
Der Bus in dem wir gefahren sind,
hat einfach mal die Stoßstange des anderen
mitgenommen…
Komische Früchte ausprobiert…

Viele laufen hier rum mit einem Schild auf dem
Rücken rum auf dem “MINUTO” steht.
Am Anfang wussten wir nicht was das
soll… Dann sahen wir die angeketteten Handys,
wo eben die Minute soundsoviel kostet.
Man kann also jederzeit überall günstig mit einem
fremden Handy telefonieren.
Polizeiauto…
Taxifahrer… “Josef von Jesus”.
Pizzahut bietet hier sein bestes Angebot an:
Riesenpizza mit integrierten Käsedingern am Rand,
Pitcher Pepsi, Nachtisch (Brownie mit Eis) für 2 Personen
für nur 10 Euronen.

“Alles Chile” in der chile-avenue.
Nur halt alles kolumbianische Produkte
in dem Laden.

Straßenhunde wie Sand am Meer…
Hier ein Hund der sich tot stellen
will, indem er die Zunge draussenlässt.

Transmilenio. Das Verkehrssystem mit den Extrabussen
und den Extraspuren damit alle auch da ankommen,
wo sie hinwollen, in dieser großen Stadt.
Währen die normalen Autos Stau haben, ist die
Transmilenio-Spur eben frei…
Ein aufwendiges, modernes System, das auch seine
Nebenwirkungen hat. Zum Beispiel etwas agressive
Kolumbianer…
Macht´s gut,
Bea & Daniel

Beas Uni

Also heute präsentiere ich euch meine Uni:
Universidad Santo Tomás Bogotá.
Hier kosten Unis sauviel Geld, auch diese. Im Schnitt muss man hier im Semester so 900 Euro bezahlen. Keine Ahnung wie Kolumbianer das hinkriegen. Hier ist studieren echt n Privileg. Die ganzen Armen Leute (und das sind seeeeh viele) würden niemals dazu kommen… leider.

Auf jeden Fall darf ich hier kostenlos studieren. Ich hatte ja ein Megaproblem als wir hier ankamen weil die Semester schon angefangen haben. Ich hab ja von Deutschland aus gemailt aber es hat niemand geantwortet. Vor Ort haben mir dann alle Unis abgesagt weil man da einfahc nicht mehr rein kann. Über ne Verbindung mim CVJM haben sie mich an diese Uni weitergeleitet, an der ich jetzt 2 Stunden die Woche für das Auslandsbüro arbeite, indem ich im Internet (von zuhause aus) nach Stipendien in der Welt herumgucke und so.

Die Uni ist so nett, dass ich 1. nichts bezahlen muss, 2. ich Privatunterricht bekomme. Das sieht folgendermaßen aus: jede Woche treffe ich mich mit 1 von 2 Dozenten. Wir haben Themen, über die ich schreibe. Zuhause muss ich noch 4 Stunden dafür recherchieren (Montags ist mein Unitag). Zusammen gehen wir das halt durch. Ich muss insgesamt 3 Hausarbeiten schreiben. Die erste war über Kinderrechte in Kolumbien (was mir sehr bei meiner Arbeit hilft). Gestern hab ich die Zweite abgegeben über die Kindheitssituation in Kolumbien und Deutschland.
Auch sehr interessant. Am Mittwoch mache ich in einer Klasse einen Vortrag darüber. Also morgen.

Also hier ein kleiner Rundgang:
Der Innenhof.

Es ist eine katholische Uni.

Das ist die dazugehörige Kirche.
Hier ist der Ausgang der Uni, also rechts neben der Kirche.
Die haben hier nämlich separate Eingänge und Ausgänge,
die Meilenweit voneninader entfernt sind. Schrecklich!