Erdbeben nähe Temuco

Ihr habt es bestimmt schon in den Nachrichten gehört, es gab wieder ein Erdbeben in Chile, in der Nähe meiner Heimatstadt Temuco, wo auch meine Familie lebt.
Stärke war 7,1 und es hat wohl auch diesmal sehr lange, ca. 2 Minuten, gedauert.
Kurz darauf habe ich meine Eltern schon erreichen können. Es geht ihnen gut und es ist ihnen nichts passiert. Gott sei dank.

Und morgen fliegen wir dorthin!
Wir, das ist mein Cousin, meine Oma, Daniel und ich.

Es erwartet uns eine kleine neugeborene Nichte, stolze Eltern und Großeltern, einen aufgeregten Bruder, der seine Hochzeit feiert, ein warmer Sommer und viele Seen und Vulkane.

Wir werden wieder berichten – in wenigen Tagen!
Bleibt dran.
Eure Carboneros

Erdbeben in Chile #6

11. März 2010

Es waren nur noch Minuten bis zur Amtseinführung des Präsidenten – da bebte in Chile erneut die Erde. Die Staatsgäste blickten besorgt auf die schwankenden Kronleuchter und versuchten sich in Scherzen. Die Marine gab eine Tsunami-Warnung heraus.

Heftige Nachbeben haben Chile am Donnerstag erschüttert. Die Erde bebte wenige Minuten, bevor der neue Präsident Sebastián Piñera seinen Amtseid ablegte. Menschen rannten in Panik auf die Straßen. Die Marine gab eine Tsunami-Warnung heraus und tausende Menschen flohen aus küstennahen Orten in höher gelegene Regionen. Das Epizentrum des Bebens, dessen kräftigster Stoß nach korrigierten Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 6,9 erreichte, lag etwa 145 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago und 105 Kilometer westlich der Stadt Rancagua.

In einigen Gegenden fiel vorübergehend der Strom aus und das Telefonnetz brach zusammen. Am 27. Februar waren bei einem Jahrhundertbeben der Stärke 8,8 fast 500 Menschen in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen.

Ausländische Gäste der Amtsübernahme von Präsident Piñera, darunter viele Staatschefs, betraten gerade das Parlamentsgebäude in Valparaiso, als die Erde heftig zu beben begann. Im Fernsehen waren Menschen zu sehen, die aus dem Gebäude ins Freie rannten. Nachrichtensprecher im Fernsehen blickten besorgt zur Studiodecke, während das Bild wackelte. Unmittelbar nach dem Amtseid Piñeras wurde das Gebäude geräumt.

Piñera rief in seiner ersten Erklärung als Präsident die Menschen auf, die Warnungen der Behörden vor einem Tsunami ernst zu nehmen. Über neue Opfer, Schäden oder eine solche Flutwelle im Meer wurde zunächst jedoch nichts bekannt. Der peruanische Präsident Alan Garcia zeigte sich angesichts der Erdbeben nervenstark: “Wir wollen ja nichts dramatisieren. Das war ein Erdstoß. So etwas haben wir in Lima dauernd”, sagte er.

“Dieses Nachbeben liegt im Rahmen des Normalen”

Der Direktor der Abteilung Geodynamik am Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam, Onno Oncken, sagte: “Dieses Nachbeben liegt im Rahmen des Normalen. (…) So eine Serie von Nachbeben kann ein, zwei Jahre dauern. Erst dann tritt wieder Normalität ein – falls man davon in diesem Gebiet mit dieser geologischen Situation überhaupt reden kann. Da schieben sich zwei geologische Platten übereinander – da rappelt es ständig.”

Amtsvorgängerin Michelle Bachelet hinterlässt Piñera ein finanzielles Polster von knapp 15 Milliarden Dollar (etwa 11 Milliarden Euro). Dieses Geld steht Piñera zur Verfügung, um Erdbebenschäden in Milliardenhöhe zu beheben und den etwa zwei Millionen Opfern zu helfen. Piñera, der in der Forbesliste der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar auf Platz 437 liegt, löste die Mitte-Links-Koalition Concertación nach 20 Jahren ununterbrochener Regierungszeit ab.

(…)

jjc/apn/dpa (der Spiegel)

Erdbeben in Chile #5

Was in Chile weiterhin passiert(e):

Außer dass es noch in ganz Chile mehrmals am Tag (teilweise auch sehr stark) bebt und dies noch einige Monate so bleiben wird, geht es eigentlich so langsam wieder bergauf.

Chilenen sind die Naturkatastrophen gewohnt und daher darauf vorbereitet. Die Chilenen sind in dieser Hinsicht ein sehr starkes Volk, während die Minderheit durchdreht und Wohnungen plündert, halten die anderen zusammen, reisen in die zerstörtesten Zonen, um zu Helfen.
Es wurde ein über 24-Stunden-langer Spendenmarathon organisiert, der das Doppelte an Spenden einnahm, wie die erhoffte Zielquote. Sie nahmen insgesamt 30.000 Millionen Pesos (ca. 43 Millionen Euro) ein.

Das Motto war “Chile hilft Chile“.

Ein Foto und ein mutmachender und anspornender Slogan wurden kurz nach dem Erdbeben bekannt, der in etwa bedeuten soll: “Sei stark, Chile”

Der Freund, den ich weiter unten (#3) des öfteren zitierte, der in Concepción lebt(e), hat mir mittlerweile ein paar Fotos geschickt.


Meine Schwester, Pato, Bea. (2007)
Patricio Mellado A. (“Pato”) arbeitet
als Gerichtsschreiber im Familiengericht
von Concepción. Ursprünglich kommt er
aus Temuco, wo seine Familie wohnt.

In der Nacht vom Erdbeben übernachtete er
bei einem Freund in einem Hochhaus, das jetzt
abgerissen werden muss. Der Freund konnte
nur seine Kleidung retten.
Alles andere wurde zerstört.

Etwas mehr “Glück” hatte Pato, obwohl sein
Hochhaus auch abgerissen werden muss.
Er konnte einige Sachen mehr aus
seiner Wohnung retten.

Hier ein paar Fotos seines Hochhauses:



Parkplatz

Pato geht rein um die Lage seiner Wohnung anzuschauen
und um Sachen zu holen.

Das ist die Empfangshalle
(in Chile auf Grund von Sicherheit sehr üblich)

Der Blick von oben auf den Parkplatz


Seine Wohnung… Wände, die eigentlich ziemlich
stabil erscheinen, wenn nicht gerade ein Erdbeben war…

Er packte seine Sachen im Schockzustand und
flieht regelrecht nach Temuco zu seiner Familie.
Er fürchtet in Concepción um sein Leben,
wegen den Plünderern. Er sagt, dass er nur
knapp dem Tod entkommen ist und Gott dankt,
dass er noch Benzin hatte und ein heiles Auto.

Nun ist er in Temuco bei seiner Familie und
verarbeitet seine Erlebnisse. Er möchte erst zurück,
wenn der Zustand in Concepción sich normalisiert hat.


Mein Bruder, der in Vina del Mar wohnt,
schickte mir folgende Bilder, die er wenige
Tage nach dem Erdbeben machte:

Supermarkt-Schlangen…


Tankstellen-Schlangen…

Abgefallene Fliesen im Hochhausfoyer…

Die Wohnung selbst erhielt nicht so viele Schäden,
sondern “nur” diese hier:


Und noch ein paar Eindrücke…


Zuletzt noch ein Bild meines Vaters
in der Bibelschule. Dort müssen einige Gebäude
abgerissen werden. Demnächst berichte ich hiervon
ausführlicher.


Zu Allerletzt möchte ich euch nicht uninformiert lassen, daher hier ein kleiner Artikel:

Erdbebenstärke 8,8 in Chile, Erdbebenstärke 7,0 in Haiti. Bisher 700 Tote in Chile, geschätzte 220.000 Tote in Haiti.

Die beiden schweren Erdbeben des Jahres haben völlig unterschiedliche Auswirkungen. Woran liegt das?

Für die unterschiedlichen Erdbeben-Folgen gibt es einen einfachen Grund: Chile ist weitaus besser auf solche Katastrophen vorbereitet. Es gibt strikte Bauvorschriften, die in der Regel auch eingehalten werden. Und ebenso existiert ein Katastrophenplan, der nach dem schweren Beben vom Samstag umgehend zum Tragen kam. In Haiti liegt ein solcher Plan nicht vor.
In Chile wurde die Zahl der Toten am Sonntagabend mit 700 angegeben. Die Stärke des jüngsten Erdbebens – 8,8 gegenüber 7,0 in Haiti – lässt allerdings keine unmittelbaren Rückschlüsse auf das Gefahrenpotenzial zu. Zwar wurde in Chile eine Energie freigesetzt, die die in Haiti um ein 900-Faches überstieg. Aber solche Energiewellen verlieren schnell an Stärke, wenn sie sich vom Hypozentrum entfernen. Dieses lag in Chile gut 30 Kilometer unter der Erdoberfläche, in Haiti dagegen nur 13 Kilometer – und dann auch noch direkt unter den überbevölkerten Vororten der Hauptstadt Port-au-Prince.
Insofern hatten die Chilenen zweifellos Glück im Unglück. Dennoch hätte die Katastrophe ohne die einschlägigen Vorkehrungen auch bei ihnen weitaus schlimmer ausfallen können. Doch gerade im sozialen Wohnungsbau sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Häuser nach den strikten Vorschriften für Erdbebensicherheit entstanden. So blieben vor allem die ärmeren Wohnviertel vor massiven Zerstörungen verschont – ganz im Gegenteil zu Haiti. Wie die Architekten und Bauherren sind in Chile auch Regierungsbehörden einschließlich der Rettungsdienste auf etwaige Erdbeben eingestellt. So war auch die scheidende Präsidentin Michelle Bachelet sofort zur Stelle, um sich über Rundfunk und Fernsehen mit Informationen, Ratschlägen und Anweisungen an die Bevölkerung zu wenden. In Haiti wusste mindestens einen Tag lang niemand, wo sich Präsident René Préval überhaupt aufhielt, nachdem dessen Residenz bei dem Erdbeben schwer beschädigt worden war.

“Wir verfügen über die notwendige Organisationsstruktur, um auf Krisen vorbereitet zu sein”, sagt der chilenische Oberst Hugo Rodriguez, dessen Luftwaffeneinheit als Teil der UN-Friedenstruppe in Haiti stationiert ist. “Und das gilt ganz besonders für Naturkatastrophen, denn die kommen in Chile häufig vor.”

In Chile kann man sich an frühere heftige Erdbeben noch gut erinnern und hat aus den Erfahrungen gelernt. Im Mai 1960 gab es in dem Andenstaat das bislang schwerste registrierte Erdbeben der Welt überhaupt, und das vom Samstag war dort das dritte mit einer Stärke über 8,7.

Erdbeben in Chile #4

Liebe Leser,
ich habe diese Videos gefunden und fand es sehr beeindruckend. Sie wurden im Moment des Erdbebens aufgenommen. Es tut mir leid, wenn ich hier so auf emotional mache, aber da ich nicht dort war, versuche ich ein bißchen mitzufühlen, wie es wohl war und schaue mir daher solche Videos an.
Die Elektrizität fällt aus und Jonathan Munizaga Tobar (YouTubeProfil), der das Video aufnahm, versucht seine Mutter zu beruhigen:

Ein weiteres Video mit dem Erdbeben und einem Nachbeben:

Was ich krass finde ist der Krach der Holzhäuser und der Erde!
Mittlerweile gibt es wieder Supermärkte, die auf haben, kostenloser Telefonservice von einer Telefongesellschaft, viele haben wieder Elektrizität und Wasser. Trotzdem gibt es noch Dörfer, denen es an Hilfskräften mangelt.
Der zukünftige Präsident Pinera sagte gestern, dass Chile nicht das Land des Erbebens sein soll, sondern des Wiederaufbaus.

Erdbeben in Chile #3

Ein Freund aus Concepción schreibt:

Ich bin überlebender des Erdbebens, dass die Stadt Concepción zerstört hat. Es war eine schreckliche Erfahrung, ich bin dem Tod knapp entkommen. Ich war im 9. Stock in einem Hochhaus, dass jeden Moment hätte einstürzen können. Ich habe meine Sachen wieder und bin jetzt in meinem Elternhaus in Temuco. Gott hat mich nie allein gelassen! Ich bin wirklich wie neugeboren! Er ist barmherzig mit uns, er verlässt uns nie. Ich bin aber immernoch im Schockzustand.
In Concepción herrscht absolutes Chaos, gestern bin ich von 9 Uhr morgens bis 18 Uhr abends an einer Tankstelle angestanden, um etwas vom Benzin abzubekommen, um nach Temuco zu fahren, da ich in Concepción um mein Leben fürchtete, da die Menschen dort alles plündern, Wohnungen, Supermärkte, es ist schrecklich dort zu sein.
Manche Richter (von meiner Arbeitsstelle) schlafen auf der Straße, da ihre Häuser einsturzgefährdet sind und sie kein Bargeld haben, das Gericht ist unbewohnbar, alles liegt auf dem Boden, am Donnerstag sollen wir nochmal hin, aber ich werde nicht gehen, habe meinen Chef angerufen und gesagt, dass ich mein Leben nicht auf´s Spiel setzen möchte, außerdem bin ich auf der Straße gelandet, da mein Hochhaus auch einsturzgefährdet ist, dank Gott habe ich jetzt alle meine Sachen und bin jetzt in Temuco. ich werde nich zurückkehren bis alles wieder im Normalzustand ist, ich habe wirklich Angst, es war sehr hart, was ich erlebt habe.
Gott hat mich nie verlassen, ich hatte Geld, ein Auto, habe meine Sachen wieder und kann jetzt in Temuco endlich mal wieder schlafen, nachdem ich 4 Nächte des Terrors durchmachen musste.
Das Einzige, was ich sagen möchte, ist, dass du deine Familie lieben und auf sie aufpassen sollst, dass du dein Leben genießt, da es in Sekunden vorbei sein kann.”

Während ich mit einem Freund aus Talca chatte (diese Stadt spürte das Erdbeben am zweitstärksten), bebt es bei ihm erneut sehr stark (Stärke 5). Sein Haus ist zerstört, er befindet sich im Haus seiner Freundin. “Es war schrecklich. Alles, alles ist zerstört. Die Hilfe, die angeboten wird, reicht nicht für alle. Aber jetzt müssen wir erstmal denen helfen, denen es noch schlimmer geht.”


Ein anderer Freund aus Temuco erzählt:
“Bea, es war schrecklich, so schrecklich! Wir sind direkt nach dem Erdbeben zum Krankenhaus gefahren, weil mein Opa dort war, und als wir die Treppe hochliefen, lief Wasser die Treppe herunter und alle Menschen drängten sich die Treppe herunter. Wir haben meinen Opa gepackt und sind wieder nach Hause gefahren. Dem Haus ist nichts passiert.”
Das Krankenhaus in Temuco musste wegen Einsturzgefahr evakuiert werden, es ist das größte Krankenhaus der Region. Es wurden wohl mehr als 60 Tote in einem unerkennbarem Zustand gefunden, die unter den Trümmern begraben wurden. Keiner von ihnen wurde bis jetzt für tot erklärt.

Meine Eltern berichten (siehe Homepage):
“Schlimm ist, dass wir selbst zunächst gar nichts tun können, denn wir waren uns zwar der Stärke des Erdbebens bewusst, hatten aber wegen des sofortigen Stromausfalls überhaupt keine Nachrichten, was woanders eigentlich passierte. Da an unsrem Haus keine Schäden aufgetreten waren, ahnten wir nichts von der Katastrophe in anderen Teilen der Stadt und in Südchile. Ein kleiner MP3-Player mit Akku war zwei Tage lang unsere einzige Möglichkeit, etwas zu erfahren, und es gab auch nur einen einzigen lokalen Radiosender, der noch in der Lage war, dank Generator, zu senden, jedenfalls solange dort noch Benzin vorhanden war. Auch von Matthias, 900km entfernt, wohnhaft im 9. Stockwerk eines Hochhauses, wussten wir fast den ganzen Tag lang nichts. (Michael ist beruflich in der Schweiz).

Die Stromversorgung wurde erst 12 Stunden später repariert, jedenfalls hier bei uns, fiel aber zwischenzeitlich dauernd wieder mal aus. In unserem Stadtteil, einem Vorort von Temuco, ist im Großen und Ganzen alles in Ordnung. In Temuco selbst gibt es bis zur Stunde noch nicht überall fließendes Wasser; in anderen Landesteilen auch keinen Strom Straßen sind unterbrochen, Brücken eingestürzt, Krankenhäuser kaputt, auch Häfen, der Flughafen von Santiago, die ganze Infrastruktur ist betroffen. Plünderungen von Supermärkten, die wegen Schäden oder Stromausfall geschlossen bleiben müssen, sind an der Tagesordnung, auch in Temuco.

Nun kann ich Euch noch nicht mehr sagen, als Ihr wohl selbst aus den öffentlichen Nachrichten wisst. Denn es gibt fast kein Benzin zu kaufen, und wir können nicht einfach herumfahren. Von unseren Gemeinden habe ich noch kaum Nachrichten; wir haben mehrere in Concepcion und in der weiteren Umgebung. Die Kommunikation ist sehr schwierig. Von Santiago höre ich, dass keine größeren Schäden an Gebäuden unserer Kirchen sind. Danke für alle Gebete! In unserer Bibelschule hier in Temuco gibt es einige Gebäudeschäden (einige tragende Pfeiler eines Gebäudeteils sind beschädigt; wir hoffen nicht, dass der Abriss notwendig wird!; das Dach der Autoeinfahrt ist herabgestürzt, einige gemauerte Schornsteine haben wir schon abreißen müssen wegen Einsturzgefahr, u.a.), und wir werden den Beginn des Semesters verschieben müssen. Ich war in den vergangenen Tagen zu Aufräum- und Reparaturarbeiten dort.
Es soll das fünftgrösste Erdbeben der Geschichte weltweit seit den Messungen gewesen sein, und in Chile das schlimmste seit 1960, welches weltweit als das schwerste überhaupt gilt.
Liebe Freunde, später mehr. Fotos könnt ihr auf unserer Homepage sehen.

Liebe Grüße, Hartmut und Gaby”



Erdbeben in Chile #2

Mein Vater berichtet:
Es war das schlimmste Erdbeben, das wir je erlebt haben. Wir sind Gott dankbar, dass uns und unserem Haus nichts Schlimmes passiert ist (…) Wir haben nur wenige Informationen von Schaeden an unseren Kirchengebaeuden; die Bibelschule hier allerdings hat etwas abbekommen, und noch ist nicht abzuschaetzen, ob Teile wegen Einsturzgefahr abgerissen werden muessen.

Danke fuer Eure Gebete fuer Chile und speziell fuer unsere Gemeinden die sich mitten im am schlimmsten betroffenen Gebiet befinden (Concepcion).”

Welche Nachbeben wo mit welcher Stärke stattfanden, könnt ihr hier verfolgen:


Es wird wohl noch die nächsten Monate Nachbeben geben. Mein Bruder meint, es gibt alle 20 Minuten ein Nachbeben, ungefähr eins am Tag ist bei ihm (Vinia del Mar) ein sehr starkes Nachbeben.

Hier könnt ihr eine Animation sehen der Auswirkung des Erdbebens auf das Meer:
AnimacionTerremoto

Mittlerweile gibt es viele Plünderungen, es wird versucht, das Chaos besser zu kontrollieren. Die Menschen geraten in Panik und klauen nicht nur Lebensmittel sondern eben auch Dinge wie Waschmaschinen, Kameras (der Fernsehteams), usw. Selbst in den eingestürzten oder stehenden Häusern wird einfach alles geklaut. In Concepcion haben sich viele Hausbesitzer zusammengetan, mit Äxten und Schlagstöcken, um ihr Hab und Gut vor den Plünderern zu verteidigen. Die Polizei geht mittlerweile mit Tränengas vor.
Viele Fischerdörfer sind am meisten betroffen, außerdem haben einige Dörfer noch keine Unterstützung bekommen, es wird jedoch versucht, schnellstmöglichst Hilfe zu schicken.
In vielen Städten gibt es noch keine Elektrizität, Wasser, Telefon. Daher wissen viele nicht, ob ihre Verwandten leben. Zum Glück gibt es das Internet, in dem es mittlerweile mehrere Seiten gibt, in dem Leute die verstorbenen, überlebenden oder vermissten eintragen können. Mehrmals am Tag werden die Namen im Radio vorgelesen.

2 Videos dazu findet ihr unter diesen Links:


Trotz der Kritik ist vielen Beobachtern bewusst: Es hätte viel schlimmer kommen können. Chile war vorbereitet – auch dank eines Notfallplans und langfristiger Vorkehrungen. Dass es nicht so viele Opfer gegeben habe, liege auch an der Bauweise in Chile, sagt der Leiter der Katastrophenforschungsstelle der Universität Kiel, Martin Voss, SPIEGEL ONLINE. “Chile ist sogar noch stärker gefährdet als Haiti. Aber man ist sehr gut vorbereitet.” Seit den achtziger Jahren gebe es strikte Regeln für den Bau von Häusern.”

“Der Schaden liegt bei 15 bis 30 Milliarden Dollar, glaubt die auf Katastrophen-Schätzungen spezialisierte US-Firma Eqecat. Die Wirtschaft wird zunächst erheblich leiden, sagt auch Alberto Ramos von Goldman Sachs. Doch er zeigt sich zuversichtlich: “Die Chilenen haben eine gut funktionierende Wirtschaft und werden mit der Not umgehen können.” Schon im zweiten Halbjahr könnten die Reparaturen der Konjunktur sogar einen zusätzlichen Schub geben.” (Spiegel)

Eure Bea.

Erdbeben in Chile


Ihr habt es bestimmt schon mitbekommen.
In Chile gab es ein Erdbeben der Stärke 8,8 mit mittlerweile schon über 40 Nachbeben und über 700 Todesopfern.
Die Küste ist hauptsächlich betroffen durch den ausgelösten Tsunami.
Meine Eltern sind ca. 200km von der Stadt entfernt, in der es am stärksten war (Concepcion).
Sie haben mich vorhin angerufen, ist alles ok soweit. Während ich eben mit ihnen telefonierte, bebte es auch noch (fast 2 Tage danach). Es bebt wohl so alle 20 Minuten. Sie sind sofort rausgerannt, Elektrizität fiel aus, alles dunkel, kein Fernsehen, kein Radio, nichts funktionierte. Morgens haben Sie kurz fernsehen können und haben dann erst mitbekommen, wie stark das Erdbeben war und welchen Ausmaß es hat. Das Haus steht, es ist viel umgefallen, einiges Kaputt aber nichts wirklich tragisches. Jetzt haben Sie wieder Fernsehen und Telefon. Internet haben sie noch nicht. Meine Schwester meinte, es ist gerade wie auf einem Schiff. Ständig bewegt sich der Boden.
Ich war abgeschieden im Schwarzwald und konnte fast nicht ins Internet und hatte keinen Empfang. Ich war also auch etwas besorgt…
Auf unserer Familienseite könnt ihr dann Nachrichten meiner Eltern lesen, wenn sie Internet bekommen. Im Moment hat mein Bruder kurz aus der Schweiz aus berichtet:
www.beyerchile.bplaced.net
Zitate aus dem Internet:
Das Erdbeben der Stärke 8,8 war nach Angaben von Geologen 50 Mal stärker als das verheerende Unglück kürzlich in Haiti.”
“Eineinhalb Millionen Häuser sind zerstört oder schwer beschädigt, mindestens zwei Millionen Menschen sind obdachlos. Präsidentin Michelle Bachelet und praktisch das gesamte chilenische Kabinett waren den ganzen Tag in der Krisenregion unterwegs.”
Wenige Minuten nach dem Erdstoß wurden an der chilenischen Küste mindestens elf Städte von einem Tsunami überrollt.”
Das Beben löste zudem einen Tsunami aus, das zuständige US-Tsunami-Warnzentrum NOAA gab eine Warnung für den gesamten pazifischen Raum heraus – insgesamt für 52 Länder und Inselgruppen sowie die Antarktis.”
Die durch das schwere Erdbeben in Chile ausgelösten Tsunami-Wellen haben Hawaii und Australien erreicht – offenbar ohne dort größere Schäden anzurichten. Die ersten Wellen erreichten Hawaii später als erwartet und waren auch keineswegs so hoch wie befürchtet. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von einer Höhe von 1,80 Metern. Zuvor hatte sich das Wasser von den Küsten zurückgezogen – ein typisches Phänomen, das auch bei dem verheerenden Tsunami vor fünf Jahren im Indischen Ozean zu beobachten war.”

“In anderen Landesteilen brach die öffentliche Grundversorgung zusammen. In der Hauptstadt Santiago wurden Krankenhäuser evakuiert und der Flughafen für mindestens 24 Stunden geschlossen. Insgesamt ist eine 800 Kilometer lange Region von Valparaiso im Norden Santiagos bis Araucania, etwa 700 Kilometer südlich der Hauptstadt betroffen.”

“Als gestern früh um halb vier die Erde zu beben begann, war es für Hunderttausende von Chilenen der schlimmste Moment ihres Lebens. Viele rannten in Panik auf die Straße: “Der Lärm war schrecklich, wie in einem Horrorfilm, ich dachte, ich schlafe doch, und das Gebäude fiel ein”, erzählt eine Frau. Eine andere schildert: “Wir konnten die Tür nicht öffnen, wir mussten sie eintreten, um raus zu können. Viele Leute haben sich am Geländer festgehalten, aber das schwankte wie Papier.” Viele Menschen hätten geschrien, seien gestürzt, hätten sich verletzt.”

Hier noch VIDEOLINKS (Berichte auf Deutsch):

http://www.focus.de/panorama/videos/chile-erdbeben-dutzende-tote-und-tsunami-warnung_vid_15820.html

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video661494.html
Liebe Grüße..
eure Bea.